Schon gewusst? Informationen aus dem Arbeitszeitgesetz (Stand 11.07.2018)

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Überstunden, Pausen und weitere Regelungen sind zum Schutz des Arbeitnehmers aber auch des Arbeitgebers im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geregelt. Um es noch genauer zu formulieren steht in §1 Folgendes:

Zweck des Gesetzes ist es,

  1. die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland und in der ausschließlichen Wirtschaftszone bei der Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten und die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern sowie
  2. den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung der Arbeitnehmer zu schützen.

Die wichtigsten Informationen daraus möchte ich hier für dich zusammenfassen.

Die Arbeitszeit

  • Man darf durchschnittlich maximal 8 Stunden pro Tag arbeiten.
  • Insgesamt dürfen 48 Wochenstunden in der Regel nicht überschritten werden.
  • In Ausnahmefällen darf die tägliche Arbeitszeit auf bis zu 10 Stunden am Tag verlängert werden.
  • Innerhalb von 6 Monaten müssen die 48 Wochenstunden im Schnitt aber wieder passen.

Die Erholung

  • Nach spätestens 6 Stunden müssen 30 Minuten Pause gemacht werden.
  • Weitere 15 Minuten sind bei Arbeitszeiten größer 9 Stunden fällig.
  • Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn müssen mindestens 11 Stunden Erholung liegen.
  • Bestimmte Arbeitsfelder haben eine Sonderregelung von 10 Stunden Erholung.

Die Nachtarbeit

  • Nachtarbeit ist in der Regel zwischen 23 und 6 Uhr.
  • Im Bäckereigewerbe sind die Nachtzeiten von 22 bis 5 Uhr.
  • Nachtarbeit ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfaßt.
  • Die 8 Stunden pro Tag (in Ausnahmefällen bis zu 10 Stunden) sind auch hier gültig.
  • Allerdings muss der Ausgleich bei Arbeitszeiten größer 8 Stunden bereits innerhalb von einem Kalendermonat reduziert werden.
  • Alle 3 Jahre ist eine medizinische Untersuchung Pflicht.
  • Bei Krankheiten und bei Notwendigkeit der Pflege von Familienmitgliedern (Kinder bis 12 Jahren, pflegebedürftigen Menschen), ist man vor Nachtarbeit gesetzlich geschützt.
  • Nachtarbeitern müssen die gleichen Weiterbildungschancen wie Tagarbeitern eingeräumt werden.

Arbeiten an Sonn- und Feiertagen

  • An Sonn- und Feiertagen hat der Arbeitnehmer grundsätzlich frei.
  • Allerdings gibt es eine Vielzahl an Ausnahmen, vor allem im medizinischen und sozialen Sektor und der Gastronomie.
  • Details dazu findest du in §10 des Arbeitszeitgesetz (ArbZG).
  • Mindestens 15 Sonntage müssen pro Kalenderjahr frei sein.
  • Innerhalb von 2 Wochen muss eine Sonntags- oder Feiertagsarbeit ausgeglichen werden.
  • Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Folgende Mindestanforderungen sind einzuhalten:
    1. 6 freie Sonntage bei Arbeitnehmern im Kino und in der Tierpflege.
    2. 8 freie Sonntage für Angestellte in Rundfunk, Theaterbetrieben und Orchestern.
    3. 10 freie Sonntage für Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Überstunden

  • Als Überstunden gelten Arbeitszeiten, die über die vertraglich vereinbarte Stundenzahl hinausgehen.
  •  Vom Arbeitgeber angesetzte Überstunden, müssen betrieblich notwendig sein.
  • Überstunden müssen, sofern nicht vertraglich anders geregelt, über Entlohnung oder zeitliche Regelungen ausgeglichen werden.

Weitere Informationen

  • Jugendliche unter 18 Jahre stehen unter besonderem Schutz. Dies gilt sowohl bei den Arbeits- als auch bei den Erholungzeiten.
  • Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz können zu Strafen bis zu 15.000 € führen.

Wer jetzt noch nicht genug dazu weiß, kann sich auch gerne das Arbeitsgesetz kaufen. Das Buch ist sicher kein Belletristik-Bestseller, hilft dir aber sicher, deine Rechte besser zu verstehen und zu verteidigen.

Arbeitsgesetze ArbG: mit den wichtigsten Bestimmungen zum Arbeitsverhältnis, Kündigungsrecht, Arbeitsschutzrecht, Berufsbildungsrecht, ... und Verfahrensrecht (dtv Beck Texte)

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