Es war einmal eine Präsentation…

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…die war so langweilig, dass der Referent und die Zuhörer nach 5 Minuten einschliefen und nie wieder aufwachten! ENDE!

Menschen möchten spannende Geschichten hören. Dies gilt für Bücher, Filme, aber auch für Präsentationen. Egal welches Motiv die Präsentation erfüllt und egal, ob die Zuhörer verpflichtet sind daran teilzunehmen. Für jeden ist es deutlich angenehmer, wenn die Story attraktiv ist.

Nachdem ich bereits einen allgemeinen Artikel zum Thema Präsentationen geschrieben habe (Link dazu), möchte ich mich heute auf die Story konzentrieren.

Der (falsche) Standardaufbau

Vielleicht kannst du es nicht mehr hören, aber die meisten Präsentationen sind immer noch wie folgt aufgebaut:

  • Referent stellt sich vor.
  • Es wird die Inhaltsangabe vorgelesen.
  • Es werden viele Folien mit vielen Details vorgetragen.
  • Der Referent versteht das Thema, da er sich schon lange damit auseinandergesetzt hat.
  • Leider können die Außenstehenden nicht folgen.
  • Zu guter Letzt werden alle Puzzleteile zu einem Gesamten zusammengefasst.
  • Keiner versteht das große Ganze, weil sie zwischendrin ausgestiegen sind.

Folgende Elemente helfen dir, es besser zu machen!

Der Spannungsbogen

Deine Story hat 3 Teile.

  • Lerne die Meinung deines Publikums kennen.
  • In der Einleitung fesselst du dein Publikum.
  • Im Mittelteil vermittelst du Inhalte und erklärst Dinge.
  • Im Schlussteil setzt du dich in den Köpfen fest!

Wie kann sich ein fremdes Publikum kennenlernen?

Eine tolle Methode für das Warmup vor fremdem Publikum ist es, eine kurze Fragerunde einzustreuen.
Insbesondere vor fremdem Publikum stellt dies eine gute Arbeitsathomosphäre bereit.
Aber auch bei Kollegen kann es interessant sein, alle Personen noch einmal näher zum dargestellten Thema kennenzulernen.
Hier ein kleines Beispiel dazu:

Beispiel Gesundheit am Arbeitsplatz

  1. Wer hatte dieses Jahr schon Rückenprobleme?
  2. Wer von euch weiß, dass man spätestens nach 60 Minuten mal kurz aufstehen soll?
  3. Wer von euch tut das?

Wie fesselt man das Publikum?

Anstatt dein Fazit ans Ende zu setzen, solltest du in 3 knackigen kurzen Sätzen das Ende schon verraten.

Beispiele:

  • Ich werde dir nun erklären, wie du durch Methode X im kommenden Jahr 20.000 € im Monat sparen kannst.
  • In den kommenden 30 Minuten werde ich dir erklären, wie ich es geschafft habe, meinen Notenschnitt innerhalb von 6 Monaten von 2,5 auf 1,5 zu verbessern.

Du kannst auch nur einen Teil des Ergebnisses in der Einleitung nennen und einen weiteren Punkt teasern.

Wie vermittelst du im Mittelteil Inhalte und erklärst Dinge?

Aufmerksamkeit bei Präsentationen

Wie man in der Grafik schön sieht, ist die natürliche Aufmerksamkeit im Mittelteil stark abfallend.

Hier ein paar Tipps dazu:

  • Beschränke dich also auf die wesentlichen Kernpunkte aus Sicht des Publikums. Dass du als Experte alles als wichtig erachtest, ist nicht relevant!
  • Packe ein paar knackige und belebende Zitate rein. Das weckt die Leute wieder und bleibt im Kopf!
  • Binde das Publikum mit ein. Stelle Fragen oder fordere die Meinung einzelner zu einem bestimmten Thema ein.
  • Verwende die Erkenntnisse aus dem Warmup, um immer wieder einen Bezug auf die Antworten des Publikums herzustellen.

Wie setzt du dich in den Köpfen fest?

Die Standardpräsentation endet mit folgenden Punkten:

  • Hat noch jemand Fragen? Entweder gibt es nun Diskussionen, oder keiner traut sich etwas zu sagen.
  • Danach kommt der schöne Satz „Vielen Dank für die Aufmerksamkeit“

Wäre diese Präsentation ein Film, würde er es sicher nicht ins Kino schaffen!

Hier einige Punkte, wie es besser funktioniert:

  • Weise am Anfang auf Folgendes hin:
    • Es gibt keine abschließende Fragerunde
    • Kurze Fragen werden zwischendrin beantwortet
    • Im Nachgang werden die Folien zugeschickt.
    • Wenn weitere Fragen entstehen, könnt ihr direkt auf mich zukommen.
  • Beende den Mittelteil so, dass du frei für das große Finale bist, in dem du nicht gestört wirst.
  • Bestätige deine Ergebnisse, die du in der Einleitung angekündigt hast.
  • Formuliere diese Ergebnisse kurz und verständlich.
  • Stelle insbesondere den Benefit für den Zuhörer heraus.

Sollten alle Zuhörer ohne deutlichen Mehrwert aus dem Termin gehen, kann daszwei Gründe haben:

  • Das Thema war für ihn nicht relevant.
  • Du hast das Thema nicht gut vermittelt.

Die Stimme

Vielen wird schon Bange, wenn sie nur daran denken, einen Vortrag halten zu müssen. Wie so oft macht auch hier Übung den Meister.
Meine Tipps, das Publikum von dir und deinem Thema zu überzeugen, sind folgende:

  • Bereite den Vortrag zu Hause vor. Trage ihn deinem Partner so oft vor, bis du dir sicher bist.
  • Bereite deine Stimme auf den Vortrag vor. Kein Sprinter geht auf die 100m-Bahn, ohne sich aufgewärmt zu haben.
  • Rede die Sprache deines Publikums. Sitzen dir z.B. Fachexperten oder Manager gegenüber?
  • Rede langsam. Schnelles Reden führt dazu, dass dein Gehirn mit dem Denken nicht nachkommt.
    Folge ist: Stammeln, stottern oder wiederholen von Gesagtem.
    Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine ruhige, entspannte und tiefe Stimme Vertrauen, Seriosität und Kompetenz vermittelt.
  • Wiederhole am Ende einer Folie die Kernaussage.

Mehr Informationen zum Thema Stimme findest du in folgendem Buch:

Voice sells!: Die Macht der Stimme im Business (Dein Business)

 

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